Heute sammelten sich zu früher Stunde 5 unerschrockene Kantonisten des RRC Neuwied am Bahnhof Weißenthurm, um den traditionellen Radmarathon des RRC zu absolvieren, der traditionell Ende August stattfindet.
Zunächst ging es mit der Bahn nach Bingen, wo auf einer Rheininsel der ehemalige Wehr- und Wachturm, der Binger Mäuseturm ins Auge fällt.

Doch ließen wir uns von diesem Kleinod nicht ablenken, sondern stiegen direkt ein ins zauberhafte Nahetal mit seinen Sehenswürdigkeiten wie dem Brezenheimer Wappenbogen und den Einsiedlerhöhlen, die als das einzige erhaltene Felsenkloster nördlich der Alpen gelten und vollständig in roten Sandstein gehauen sind.

Weiter ging es durch das liebliche Nahetal bis Bad Kreuznach, wo wir an den bekannten Brückenhäusern, jenen Fachwerkbauten, die im späten Mittelalter aus Platzmangel direkt auf den Steinpfeilern der Alten Nahebrücke erbaut wurden, einen Foto-Stopp einlegten.


Anschließend passierten wir die Gradierwerke im Salinental, monumentale, neun Meter hohe und insgesamt über einem Kilometer lange Holzkonstruktionen, die im frühen 18. Jahrhundert zur Salzgewinnung erbaut wurden. Aufgrund der bald festgestellten Heilwirkung der salzhaltigen Luft entwickelte sich Bad Kreuznach rasant zu einem international bekannten Sole-Heilbad.

In unmittelbarer Nähe der Salinen sieht man schon den Rotenfels bei Bad Münster am Stein-Ebernburg, eine 200 Meter hohe und fast 1200 Meter lange Steilwand aus dem rötlichem Vulkangestein „Rhyolith“, die als höchste Steilwand Mitteleuropas nördlich der Alpen gilt und als geschütztes Naturreservat sowie als vielseitiges Freizeit- und Naherholungsgebiet genutzt wird.

Nun aber hieß es, die Anstiege in den Hunsrück in Angriff zu nehmen und wir durchfuhren Orte mit schönen Namen wie Rüdesheim, Mandel und Sommerloch bevor wir in Argenthal eine weitere Rast bei der Bäckerei Dhein einlegten.

Damit befanden wir uns auch schon mitten im sagenumwobenen Soonwald, der jahrhundertelang kaum besiedelt und schwer zugänglich war und damit als idealer Rückzugsort für Gesetzlose wie den „Schinderhannes“ und als Epizentrum für Geschichten über geisterhafte Jäger, teufliche Felsen und uralte Klostergeheimnisse galt.

In Simmern fuhren wir dann ein Stück auf dem Schinderhannesradweg und passierten dabei den 50sten Breitengrad, bevor wir gegen den inzwischen lebhaften Wind an die Mosel nach Zell abfuhren.

Nach einer nochmaligen Rast fuhren wir die Mosel flussabwärts Richtung Koblenz, wobei wir jetzt größtenteils vom Süd-West-Wind profitieren konnten.


Vorbei ging es an der bekannten Doppelstockbrücke in Bullay, die steilsten Weinberge von Bremm und der Reichsburg in Cochem, bevor wir in eine Straußenwirtschaft in Hatzenport einkehrten, um uns für die letzten 40 km noch einmal zu stärken.


Wie die Bilder zeigen, wurde das sonnige Moseltal seinem Ruf heute aufgrund der Bewölkung nicht ganz gerecht. Letztendlich erreichten wir die Heimat ohne Pannen und Blessuren und beendeten den schönen Tag auf dem RR!



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